Texte - Janice Orth

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Texte

Hinter einer Art Schleier aus Linien sind teilweise schwache Reminiszenzen an Landschaften
zu erkennen - eine Mischung aus Linien und Landschaft - Linescapes.
Wer nun aber in Janice Orth eine Landschaftsmalerin vermutet, liegt völlig falsch.
Es geht ihr überhaupt nicht um die Wiedergabe konkreter Landschaften mit den Mitteln der
Malerei, sondern vielmehr um die Malerei selbst.
Wie kann ein Raumgefühl mittels malerischer Instrumente erzeugt werden?
Wie kann der Betrachter hinter die Oberfläche geführt werden und der malerischen
Realität tatsächlich auf den Grund gehen?   Die Malerei ist stark meditativ und verlangt von
Urheberin wie Schauendem ein hohes Maß an Konzentration, damit dieser besondere Blick in die
Tiefe hinter der Oberfläche einstellen kann.
Die Beschäftigung mit den eher strengen Linienbildern hat sie weiterentwickelt.   Die Linien werden
konkreter, sind inspiriert von Naturphänomenen.   Wir erkennen Verschlingungen, deren Grundlage
zunächst auch wieder Linien waren, die aber jetzt freier sind und vegetativer wirken.   Die
Assoziationen mit Natur, mit Landschaften, sind gewollt, aber es geht keineswegs um die
Wiedergabe konkreter Naturräume.  Die vielfachen malerischen überlagerungen werden zum Mittel der
Abstrahierung, sollen allerdings die Gegenstände verschleiern und damit zu dem führen, was sie
tatsächlich am Herzen liegt:  die Malerei und ihre Aufgabe, Räume zu schaffen, den Blick auf das
Wesentliche zu lenken, das sich simpler Wiedergabe entzieht

Dr. Angelika Hille-Sandvoß
©2015

 
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